Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

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Longtemps je me suis couché de bonne heure. Parfois, à peine ma bougie éteinte, mes yeux se fermaient si vite que je n’avais pas le temps de me dire: «Je m’endors.»”

“Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal fielen mir die Augen, wenn kaum die Kerze ausgelöscht war, so schnell zu, dass ich keine Zeit mehr hatte zu denken: Jetzt schlafe ich ein.”

Was für ein melodischer, beinahe lyrischer Anfang. Die Hauptakteurin aus dem Titel tritt gleich als zweites Wort auf. Aber gleichzeitig ist er auch eine kurze, berichtende Feststellung.
Quasi über das Äußere, die Gewohnheit, und das Innere, den Schlaf. Der Schlaf als kleiner Tod. Wahrscheinlich hat niemand Zeit zu denken “Jetzt sterbe ich”. Die Zeit scheint in dieser Anfangsszene wie aufgehoben. Ist er ein Kind in Combray oder der schreibend Sterbende in Paris? Ich habe die Recherche im Alter von 16 Jahren das erste Mal gelesen, im Krankenhaus, sieben gebundene Bände aus der Kreisbücherei. Ohne Proust wäre ich ein anderer geworden. Vielleicht habe ich noch einmal Zeit, ihn ganz zu lesen.

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