Aldous Huxley: Das Genie und die Göttin

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Erstmalig in der Fischer Bücherei Juli 1958

Wenn Sie auf hohem Niveau eine Geschichte vollgestopft mit intellektuellen Gedanken über die Wissenschaft, die Liebe, das Sterben, die Religionen und die Philosophie lesen möchten, dann lesen sie den kurzen, aber besten Huxley: The Genius and the Goddess von 1955. Der Roman ist jetzt so alt wie ich, aber immer noch modern und und voller intelligenter Anspielungen auf die komplette
kulturelle Welt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Voller Ironie und Humor, aber auch Sarkasmus entfaltet Huxley hier sein Können als Romancier auf engstem Raum:

“Das Fatale an Romanen”, sagte John Rivers, “ist, daß sie zuviel Sinn ergeben. Die Wirklichkeit ergibt nie einen Sinn”. (S. 5)

“Katy [die Göttin] war nicht von der betenden Sorte. Für sie war das Übernatürliche das Natürliche; das Göttliche war weder etwas Geistiges noch spezifisch Menschliches; es war in Landschaften und Sonnenschein und Tieren, es war in Blumen, in dem säuerlichen Geruch von Säuglingen, in der Wärme und Weichheit sich anschmiegender Kinder, es war in Küssen, selbstverständlich, in den nächtlichen Apokalypsen der Liebe, in der diffuseren, aber nicht weniger unaussprechlichen Seligkeit, sich einfach wohl zu fühlen. Katy war ein weiblicher Antäus – unbesieglich, solange sie mit den Füßen auf der Erde stand, eine Göttin, solange sie in Fühlung mit der größeren Göttin in ihr war, der Weltmutter außerhalb ihrer.” (S. 119f)

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