Caroline Link: Im Winter ein Jahr

 ImWinterEinJahr_shooting_02
Ballettszene mit Karoline Herfurth

All the while the world is turning to noise
Oh, the more that it’s surrounding us
The more that it destroys
Turn up the signal – wipe out the noise!
(Peter Gabriel)

Wann immer die Welt sich zu Lärm verdichtet
Ach, je mehr er uns umringt
Je mehr das er vernichtet
Sei deine Nachricht – zerstöre das Geräusch!

http://www.imwintereinjahr.film.de/

Der deutsche Film lebt, nicht zuletzt durch seine hervorragenden Schauspieler: Josef Bierbichler (der Gutsverwalter aus “Das weiße Band”), und Karoline Herfurth in diesem Fall. Eine Romanverfilmung, die den Verlust (Selbstmord) eines Bruders und Sohnes einer deutschen Wohlstandsfamilie zeigt. Die Kunst, genauer die Malerei, spielt in Form eines Auftragsbildes die Rolle einer Art Katharsis für alle: den schwulen Maler und Vater (Josef Bierbichler), den eleganten, aber auch verzweifelten
Wissenschaftler (Hanns Zischler), die verschlossene Mutter (Corinna Harfouch).
Der Film erzählt auch vom Aufeinander zugehen der Charaktere mit unterschiedlichsten Lebensweisen, Erfahrungen und Lebensaltern. Gleichzeitig schildert er die Verarbeitung des Schmerzes beim Tod eines nahestehenden Menschen. Die Studioszenen des Malers mit der Tochter als Modell erinnern stark an Jaques Rivettes “La belle noiseuse”, nur ohne die dortige explizite Nacktheit.
Karoline Herfurth wächst in diesem Film über sich hinaus. Femme fatale, heulende Göre und Balletttänzerin. Allein wegen ihr sollte man diesen Film nicht verpassen. Peter Gabriels „Signal To Noise“ untermalt gekonnt eine der wichtigsten Szenen. Das Motto des Songs “Turn up the signal, wipe out the noise” könnte auch als Philosophie des Films gelten: Bezieh dich auf das was du eigentlich bist. Sei echt und zerstöre die Reizüberflutung der Welt. Das Thema Verlust und Tod eines Kindes, eines Sohnes erinnert mich auch an die wunderbare Verfilmung des ersten Teils von John Irvings Roman “Witwe für ein Jahr”, mit Kim Basinger in einer Hauptrolle. Der Titel klingt ja auch sehr ähnlich. Dem Drehbuch von Caroline Link liegt der Roman von Scott Campbell ”Aftermath” zu Grunde.

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