Michael Haneke: Das weiße Band

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Eva, das Kindermädchen (Leonie Benesch) ist
die junge Liebe des Dorfschullehrers (Erzähler)

Die Ereignisse weniger Wochen in einem fiktiven Dorf kurz vor dem Kriegsausbruch 1914. Ein Schwarzweißfilm des österreichischen Filmemachers, von dem ich vor einiger Zeit “Funny Games U.S.” sah und ziemlich schockiert war. Nun befürchtete ich ähnliche Sadismen, was aber zumindest visuell in diesem wunderbaren Film nicht der Fall war. Zu einer tiefgreifenden Analyse bin ich zur Zeit noch nicht in der Lage, aber ich begreife den Film als eine Parabel auf die Psychologie des Faschismus, dessen Ursprung in der Erziehung, der falsch verstandenen Religion und der Soziologie einer Gesellschaft liegt, die keine Antworten hat und keine ehrliche Kommunikation mehr ermöglicht. Da diese Art Ideologien keine spezifisch deutschen sind und auch heute und in Zukunft eine Gefahr darstellen, sollte dieser Film vor allem an Schulen gezeigt werden. Wir alle kennen die Lesebücher an Schulen, warum gibt es nicht auch “Filmbücher”? Der Film besticht auch durch kleinste symbolische Gesten und Ausdrücke der Schauspieler, zum Beispiel das nervöse, herablassende Fingerspiel des Barons (Ulrich Tukur) oder das Mienenspiel von Eva (Leonie Benesch). In tausenden Details beweist er seine Stimmigkeit. Viel wäre zu ihm noch zu sagen, ich will mich beschränken: Er hätte den Oskar verdient, für Regie, Drehbuch, Kamera, bester ausländischer Film oder überhaupt. Ich war und bin begeistert.

Einige Ausschnitte mit Leonie Benesch:
http://www.agenturschwarz.de/stream/w_Benesch_Leonie.mov

Kurze Inhaltsangabe und pädagogische Einschätzung:
http://www.visionkino.de/WebObjects/VisionKino.woa/wa/CMSshow/1135796

Wolfram Schütte: Ansichten einer Landschaft des Totalitären
http://www.titel-magazin.de/artikel/6345.html

Ulf Lepelmeiers Kritik auf www.filmstarts.de
http://www.filmstarts.de/kritiken/101304-Das-wei%DFe-Band.html?id=1038

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