Ein Haus voller Bücher

Buchhandlung_Wetz_Freiburg                   wetzeteaser
                                               Buchhandlung zum Wetzstein in Freiburg
                                                      Fotografien von Bernhard Strauss

Durch Zufall stieß ich gestern im Netz auf die Seite dieser Freiburger Buchhandlung und Antiquariat. Würden Sie nicht auch gern Platz nehmen an einem der Schreibtische und eine der kostbaren, bibliophilen Ausgaben aus den Bücherregalen nehmen, zu lesen beginnen? Sicher, manchmal wirken Bibliotheken und Buchhandlungen auch zu ehrfurchtgebietend in ihrer Exklusivität und das Wissen an den Wänden könnte dem Besucher als erdrückende Kulturanhäufung erscheinen. So ging es dem Verfasser dieses netten Porträts der Buchhandlung.

Die Literatur selbst aber sollte immer nur eine Aufforderung zur Befreiung des eigenen Denkens sein und das funktioniert, wie man bei einer  Frau Hegemann und erneut bei einem Minister erfahren durfte, eben nicht durch Copy und Paste. Auf die Weise verwechselt man Bildung mit Einbildung. Aber das Land gewöhnt sich gerade daran, dass eben alles käuflich ist. Unklar bleibt mir nur, ab welcher Summe man Reichen den Doktortitel automatisch verleihen sollte, damit sie mit der Einbildung bessere Geschäfte machen können. Vielleicht könnte man auch Banken gewisse Titel demnächst voranstellen, Dr. Volksbank oder Dr. Commerzbank, Freiherr zu Hypo Real Estate. Da sind dann locker mal mehr als 100 Milliarden Euro Finanzhilfe drin. Die Banken sind ja mittlerweile so reich, dass der Staat, also eigentlich wir, 2000 Milliarden Euro Schulden hat. Die muss man dann natürlich an der richtigen Stelle wieder einsparen, im Sozialetat und bei der Bildung.

Zurück zum “geistigen” Schrifttum anderer Art. Auch bezahlbar, aber mit einer ganz anderen Art von Gewinn. Es lohnt sich, ein wenig auf der Buchhandlungsseite mit den schönen Fotos oben  zu stöbern. Einen Wetzsteinbrief mit Buchempfehlungen gibt es dort und Hinweise auf Veranstaltungen wie zum Beispiel eine vor wenigen Tagen stattgefundene Lesung von Bruno Ganz aus “2666” von Roberto Bolaño. Ich will hier keine Schleichwerbung machen, aber wenn ich in Freiburg wäre, stände ein Besuch dort für mich fest. Erst einmal bin ich im Süden des Schwarzwaldes und in Freiburg gewesen. Was mir in Erinnerung blieb, war eine sommerliche Atmosphäre mit Gassen voller gemütlicher Lokale und den Fahrädern der Studenten.

In meinem Literaturkalender “Leselust” stehen diese Woche Zitate, die mir auch gefallen:

“Ein Haus ohne Bücher  ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.”

Hermann Hesse

“Das wahre Leben, das einzige von uns wahrhaft gelebte Leben, ist die Literatur.”

Marcel Proust

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