Fundstücke des Tages: Graß und der Gyrobus

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Ein bisschen muffig riecht er schon, der alte zwölfbändige “Grosse Brockhaus” in der 16. Auflage erschienen 1952 bis 1967 und seine zwei Ergänzungsbände, in deren Besitz ich gestern gekommen bin. Antiquarisch nichts wert, aber schon das erste Stöbern macht Spaß und bringt merkwürdige Entdeckungen. In den 12 Grundbänden fehlt der Grass total, war eben in den fünfziger Jahren noch ein unbeschriebenes Blatt. Im zweiten Ergänzungsband gibt es ihn dann aber schon´, allerdings  mit “ß” und einem herrlich alten Foto mit Krawatte. Was er wohl selbst heute in “Grimms Wörter” über diese Schreibweise sagen würde. Dann blätterte ich weiter und fand auch noch den Gyrobus, ein Elektrobus mit Schwungrad, den es auch nur vor nunmehr über fünfzig Jahren in der Schweiz und in Frankreich etc. einige Jahre gab. Zunächst lag da die banale Assoziation Gyros näher, aber das geht in die völlig falsche Richtung. Das frühe Elektrofahrzeug hat man aus technischen Schwierigkeiten damals nicht weiter verfolgt, zu schwer und es hätte an den Stationen jeweils 3 – 4 Minuten zum Aufladen warten müssen. Benzinmotoren waren leichter und “time is money” galt wohl schon damals. Vielleicht gibt es ja mit moderneren Materialien noch einmal eine Chance, wer weiß. Ein Elektrobus in den fünfziger Jahren war mir nicht bekannt und einen Graß mit “ß” kannte ich auch nicht. Wofür doch ein völlig veraltetes Lexikon so alles gut ist.

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