Hans Magnus Enzensberger, Irene Dische, Michael Sowa: Esterhazy

Esterhazy                                            MichaelSowa
Meine Bücherregale sind nicht gerade gesegnet mit “Kinderbüchern”, wir sind ein kinderloses Paar, aber da es langsam auf Ostern zugeht, habe ich mich heute an ein Buch erinnert, das ich schon 1993/1994, als es zuerst im Verlag Sauerländer erschien, geschenkt bekommen habe. Der Osterhase darin ist aus einem österreichischen Adelsgeschlecht und heißt Esterhazy. Es handelt von einem Hasen, der nach Berlin ausgeschickt wird, um seine große Liebe zu finden und das alte Geschlecht nicht aussterben zu lassen. Nach zahlreichen Abenteuern findet er wirklich seine Mimi, erlebt den Fall der Mauer mit und sorgt tatsächlich am Schluss in ländlicher Idylle für den erhofften Nachwuchs. Es gibt gute Besprechungen, sogar eine sehr kluge englische schon bei Amazon, sodass ich nicht näher darauf eingehen möchte. Die Bilder von Michael Sowa sind wirklich ausgezeichnet und das Autorengespann Enzensberger/Dische schreibt wunderbar ironisch. Wenn sie also noch ein Bilderbuch zu Ostern suchen, für Kinder und Erwachsene ab 7 Jahren, hier ist es.

Jugendbücher lese ich kaum noch, höchstens wenn mich die Nostalgie packt erwische ich zum Beispiel “Sindbad, der Seefahrer und zwei Abenteuer des Kalifen Harun Arraschid” von 1954, so alt wie ich. Aber vor kurzem ist mir beim Zeitungslesen der neue Roman von Wolfgang Herrndorf “Tschick” im Hannoverschen Tageblatt aufgefallen, der auch für den Preis der Leipziger Buchmesse kandidiert. Die Geschichte wird aus der Sicht und mit der Sprache eines vierzehnjährigen Protagonisten erzählt. Sie schwankt auf sehr humorvolle Weise zwischen Slang und Poesie und um es kurz zu machen, mich hat sie überzeugt. Auch der Blog des Autors “Arbeit und Struktur”, der von seiner Krankheit eindringlich berichtet, hat mir gefallen. Einen weiteren Blog habe ich spontan auf meine Linkliste gesetzt, Book Porn. Der Titel täuscht, es sind nur interessante Fotos vom Bücherlesen, manchmal mit weiblichen oder auch männlichen “Seitenhaltern”. Wer will, kann natürlich alles sexistisch finden. Noch schnell ein Wort zur japanischen Katastrophe: Die Sintflut kann nicht schlimmer gewesen sein und mein Mitgefühl gehört den japanischen Menschen. Die Desinformationspolitik der Regierung dort ist verheerend und hierzulande wird es nicht mehr lange dauern, dann gerieren sich “Mutti und Westerwelle” als Atomkraftgegner.

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