Bildbegegnung der dritten Art und der Schreibstiltest der F.A.Z

zaz_008_443x443     Ruth_Leuwerik_1953_F. C. Gundlach

So disparat wie diese beiden Fotos erscheint mir auch mein Ergebnis beim Schreibstiltest der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Niemand will schreiben wie ein anderer, ich zumindest nicht. Drei Texte kopierte ich in die Maske. Zweimal war ich Peter Handke und einmal Friederike Mayröcker. Ich bin also ein doppeltgeschlechtlicher Schreiberling. Der Test ist natürlich Bullshit, beim Mayröcker-Ergebnis waren einfach mehr weibliche Protagonisten im Text. Aber glaubt nicht jeder, er wäre unverwechselbar. Das sind wir nicht, nie gewesen, weder beim Schreiben noch in jeglicher anderer Weise. Obwohl das Individuelle hoch im Kurs steht, sind wir alle soziologisch gesehen nur Prototypen einer Massengesellschaft, was natürlich niemand wahr haben will. Gegen das Banale einer solchen Existenz aber erhebt sich immer wieder die Kunst.

Fasziniert haben mich diese beiden Schwarzweiß-Fotografien von Isabelle Geffroy (Zaz) und Ruth Leuwerick. Die Assoziation in meinem Kopf ist durch einfache Umstände bedingt. Der Song “Je veux” ließ mich mehr über die französische Sängerin suchen und eine alte Effi-Briest-Verfilmung “Rosen im Herbst” mit Ruth Leuwerick passte mal wieder zu meinem manchmal nostalgischen Filmgeschmack. Überhaupt habe ich eine Schwäche für Schwarzweiß und noch etwas verbindet diese beiden Frauen: sie sind schön nicht weil sie einem Ideal entsprechen, sondern aufgrund der Einzigartigkeit ihrer Kunst.

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