Wolfgang Herrndorf: Lesung aus “Sand”

Der Publikumspreis der Leipziger Buchmesse 2012 geht an Wolfgang Herrndorf für seinen neuesten Roman “Sand”. Das assoziiere ich spontan mit dem “Book of Sand” (dt. Das Sandbuch) von Jorge Luis Borges. Vielleicht könnte man die Anführungszeichen oben auch weglassen. Denn alles verrinnt uns doch irgendwie, ob in der Hand oder im Mund. Immer ist Schreiben gegen die Vergänglichkeit gerichtet. Schriftsteller, die in Konfrontation zu ihrem eigenen, absehbaren Tod schreiben, schreiben anders. Das habe ich schon bei Roberto Bolaño so empfunden. Wir alle wollen bleiben, obwohl wir doch wissen, dass das unmöglich ist.

Roter Salon Berlin, Wolfgang Herrndorf: “Sand”

Heute, zwei Tage später, gewinnt der Roman in der Sparte Belletristik den Preis der Leipziger Buchmesse selbst. Die Begründung der Jury: “Was diesen Roman so einzigartig macht, ist, mit welcher Leichtigkeit, welcher Eleganz im Ton und welchem Sinn von Komik Wolfgang Herrndorf diese absolute Alptraumszenerie erzählt.“  Dem ist nichts hinzuzufügen, nur schade, dass der Autor an der Preisverleihung nicht selbst teilnehmen konnte. Egal wie hoch der Bücherstapel schon wäre, dieses Buch kommt mit Sicherheit noch oben drauf.

aladinabdelnaby

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