Sonntagssixpack: Lesende Frauen bei Edward Hopper und ein wenig Paris von Woody Allen

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Lesen muss ein einsames Geschäft sein, denn die Frauen wirken so selbstvergessen in ihre Lektüre versunken, dass sie ganz bei sich und isoliert sind in den jeweiligen Räumen. Drei Bilder sind nur Ausschnitte, manchmal ist noch eine männliche Person vorhanden. Wenn, dann steht diese abgewandt mit dem Rücken zur Lesenden, als hätte die ihre eigene Aura geschaffen, zu der ein Mann keinen Zutritt hat, ja vielleicht nicht einmal einen solchen sucht. Die Kluft zwischen den Geschlechtern scheint unüberbrückbar und im Schatten werfenden Licht steigt Melancholie aus den gesenkten Köpfen. Es bleibt nur der schwache Trost, dass der Akt des Lesens zwar ein einsamer ist, doch womöglich später das Gelesene zu verbinden vermag. Mit Traurigkeit und Einsamkeit sollte man das Jahr aber nicht ausklingen lassen. Weil Edward Hopper sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts auch in Europa und Paris herumtrieb, wovon auch Woody Allens Komödie “Midnight in Paris” nostalgisch handelt, die ich gestern sah, beende ich hier das Jahr mit seiner Hommage an diese Stadt, die, ein Synonym für hoffnungslosen Romantizismus, im Regen am schönsten ist.

Kommen sie alle, die diesen Blog gelegentlich lesen, gut ins Neue Jahr.

Woody Allen: Midnight in Paris
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