La carte d´identité

DHVR

Den Bundesadler im Gesicht bitte ich zu entschuldigen. Er entspricht nicht meiner politischen Überzeugung. Auch das grüne Leuchten, das mich an die Erzählung “Gomez Palacio” von Roberto Bolaño erinnert, ist absolut nicht als Heiligenschein gemeint:

“Und dann sah ich, wie das Licht, Sekunden nachdem das Auto oder der Lastwagen diese Stelle passiert hatte, sich selbst einholte und dort hängen blieb, ein grünes Licht, das zu atmen schien, das für den Bruchteil einer Sekunde lebte und sich in der Mitte der Wüste spiegelte, von allen Fesseln befreit war, ein Licht, das dem Meer ähnelte, das sich wie das Meer bewegte, als ob es die ganze Zerbrechlichkeit der Erde festhielte, ein grünes, wellenförmiges, wunderbares und einzigartiges Licht, das wohl aus jener Kurve kam, ein Zeichen, das Dach einer verlassenen Hütte, riesige auf der Erde ausgebreitete Kunststoffteile, schuldhaft hervorgebracht, aber in dieser beträchtlichen Entfernung vor uns, erschien es uns wie ein Traum oder ein Wunder, was am Ende der Geschichte auf das gleiche hinausläuft.”

Es ist auch leider nicht dieses surrealistische Leuchten an einer Straßenkurve Mexicos. Mein Scanner und ich können es einfach nicht besser. Ich fühlte mich bemüßigt, einfach mal mein Gesicht aus dem Fenster zu halten, natürlich eingedenk der Tatsache, dass es nie mein wahres und auch nicht das einzige ist. Allerdings habe ich jetzt in Identitätsfragen einen ungeheuren Vorteil gegenüber einer jungen Autorin, die zwar nie ihr Gesicht wird offenbaren können, aber dafür des Öfteren verbal maskiert ihren Arsch aus dem Fenster hält, um damit die einschlägigen phallischen Reaktionen hervorzurufen.

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