Stefan Bollmann: Frauen, die lesen, sind gefährlich

Juana Inés de la Cruz (1651-1695),
mexikanische Nonne und Dichterin

Ein wunderschöner Bildband zu einem unschlagbaren Jubiläumspreis, der, ich gestehe es etwas verschämt, eins meiner Bildsammelgebiete betrifft: „Lesende Frauen in Malerei und Fotografie“. Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Elke Heidenreich: „Über das Gefährliche, wenn Frauen zu viel lesen“ und einem Abriss der „Geschichte des Lesens in Bildern vom 13. bis 21. Jahrhundert von Stefan Bollmann. Chronologisch geht es dann mit einem Maler oder Fotografen der jeweiligen Epoche weiter, wobei jeweils ein typisches Bild eines Künstlers beschrieben wird. Bei aller Chronologie wird es aber auch thematisch untergliedert in Kapitel wie: Verzauberte Leserinnen, selbstbewusste Leserinnen oder einsame Leserinnen. Text und Visuelles ergänzen sich ausgezeichnet und verführen immer wieder zum nochmal Durchblättern. Ein wirklich schönes Buch aus einem Verlag, den ich leider noch nicht kannte: Elisabeth Sandmann Verlag.
Glauben Sie nicht, wenn Sie Bücher über Frauen lesen, Sie würden sie nun besser verstehen. Das Lächeln der Mona Lisa oder die Sphinx bleiben ja auch immer rätselhaft. Erotisch, noch ein Geständnis, finde ich auch eine weniger bekleidete oder gar nackte Frau, die liest. Haben wir da nicht alles beisammen: Körper, Geist, Begierde, Neugier, Verlangen und Angst, vielleicht verletzt zu werden, durch Ablehnung, Arroganz oder einfach Anderssein? Zumindest habe ich durch das Buch gelernt, dass auch berühmte Blondinen wie Marilyn Monroe noch vor meiner Geburt „Ulysses“ von James Joyce gelesen haben.

© Ouint Buchholz: “Einstein meets Monroe”
http://www.quintbuchholz.de/

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Daphne du Maurier: Rebecca

Die beiden Hauptdarsteller in „Rebecca“, USA 1940, Regie: Alfred HitchcockLaurence Olivier als Maxim de Winter und die namenlose Ich-Erzählerin,Joan Fontaine als die zweite Mrs. de Winter. „Gestern nacht träumte mir, ich sei wieder… Weiterlesen

Roberto Bolaño: 2666

Deutsche Erstausgabe Der Autor Benno von Archimboldi
(fiktiver Schriftsteller in „2666“)

Heute bin ich erst auf S. 113 angekommen, aber die Beschäftigung mit diesem am 7.9.2009 „das erste Mal“ auf Deutsch übersetzten Romans des 2003 verstorbenen chilenischen Autors, der sein letztes Buch seinen beiden Kindern widmete, beschäftigt mich seit diesem Datum immer mehr. Vorher hatte ich noch nie etwas von Roberto Bolano gehört. Das Projekt von Marvin Kleinemeier, den Roman bis zum Ende des Jahres gemeinsam auf der Plattform http://www.zwei666.de zu lesen erschien mir interessant und ich hatte Lust, mich darauf einzulassen. Ich bestellte mir kurzerhand den Band und begann zu lesen. Zuerst und immer noch wurde ich durch den enigmatisch fabulierenden Stil Bolanos, der sich in einem Raum literarischer Intertextualität bewegt und mit gedanklichen und sprachlichen Assoziationen nur so spielt, einigermaßen irritiert, manchmal sogar amüsiert, aber auch mal verärgert. Ein fünfseitiger Satz war mir einfach zu lang und erschien mir manieriert. Mittlerweile sehe ich das etwas anders und lächele bei jeder gekonnten Verschmitztheit des Autors, den Leser, auch mit dem Titel des Buches, zu verwirren, was aber laut Umberto Eco ohnehin die Aufgabe eines belletristischen Buchtitels ist. Kurz und gut, ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, Gastbeiträge für http://www.zwei666.de zu schreiben, auf die ich hier verweisen möchte:

http://www.cloud-gate.de/poeta/?cat=15

Mittlerweile, in der Mitte des Buches, bin ich nicht mehr so sehr auf der Suche nach einem fiktiven Schriftsteller oder den Mördern der Frauen in Mexiko, der Weg des Lesens ist schon das Ziel.

César Aira: Die nächtliche Erleuchtung des Staatsdieners Varamo

            Letzte Woche habe ich mich mit dieser Novelle beschäftigt, um einen zugesagten Beitrag für wilde-leser.de und den “Argentinischen Juli” zu schreiben. Ich kannte weder César Aira noch “Die nächtliche Erleuchtung des… Weiterlesen

Aldous Huxley: Das Genie und die Göttin

Aldous Huxley Wenn Sie auf hohem Niveau eine Geschichte vollgestopft mit intellektuellen Gedanken über die Wissenschaft, die Liebe, das Sterben, die Religionen und die Philosophie lesen möchten, dann lesen sie den kurzen, aber… Weiterlesen

Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

“Longtemps je me suis couché de bonne heure. Parfois, à peine ma bougie éteinte, mes yeux se fermaient si vite que je n’avais pas le temps de me dire: «Je m’endors.»” “Lange Zeit… Weiterlesen

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