Schlagwort-Archiv: Erzählungen

Neuerscheinung:Bolaños “Mörderische Huren”

Die Identifikation mit den beiden im Titel erwähnten Berufsgruppen Huren und Mörder dürfte bei diesem martialischen Titel nicht leicht fallen. Die meisten Leser(innen) werden weder das eine noch das andere angestrebt haben, sind… Weiterlesen

Das dritte Sixpack am Sonntag: Erzählungen

                                      Gerade bei dieser Literaturgattung ist mir aufgefallen, dass sich in meinen Regalen geradezu wie selbstverständlich eine Männerdomäne Autoren gebildet hat. Angeregt zu dieser Zusammenstellung aber hat mich… Weiterlesen

Alice Munro: Über die Erzählung “Manche Frauen” aus dem Band “Zu viel Glück”

Was bleibt nicht alles ungelesen verborgen bis man durch andere literarische Entdeckungen machen darf. Den Namen Alice Munro hatte ich schon gehört, aber der Band “Zu viel Glück”, aus dem die Erzählung “Manche… Weiterlesen

Roberto Bolaño: Der unerträgliche Gaucho

Ein weiterer Band mit fünf Erzählungen und zwei Vorträgen Bolaños. Sie sind eine Essenz oder auch eine guter Einstieg für seine großen Romane, von denen ich schon “Die wilden Detektive” und “2666” empfohlen habe. Nach dem Erzählungsband “Telefongespräche” sind dies nun seine letzten, erst posthum 2003 veröffentlichten Erzählungen und man merkt ihnen die Schonungslosigkeit der Todesnähe an. Erzählungen, die der existentialistischen Frage, was es eigentlich heißt, Mensch zu sein, verstörend auf den Grund zu gehen versuchen. Ist die Spezies Mensch mit der Soziologie der Ratten vergleichbar? Kann das Wunder des Glaubens gleichzeitig Mord und geisteskrankes Verbrechen sein? Bolaño erzählt scheinbar leichtfüßig von schweren Dingen und wir Leser müssen unsere Antworten selbst finden: zu Literatur, Sexualität, Krankheit, Schuld und Tod. Aber es sind auch viele politische, philosophische und literarische Standortbestimmungen durch klare oder weniger klare Äußerungen zu entdecken. Ein Buch, das Eindrücke von der Befindlichkeit eines großen Schriftstellers gibt, der uns grüßt, “auf dem Rücken eines Esels”, “da wo ein Gerippe Langeweile hat”, “Comala¹ in Sicht, die Stadt des Todes.”

¹ Hier bezieht sich Bolaño wohl auf den Roman “Pedro Páramo” von Juan Rulfo

“Wir sind die zaghaften, bedächtigen Mörder. Wir halten unser Gehirn für ein Mausoleum aus Marmor, obwohl es in Wahrheit ein Kartenhaus ist, eine Baracke, irgendwo zwischen freiem Feld und endloser Dämmerung.”

Roberto Bolaño: Telefongespräche

Taschenbuch 2008 Spanische Originalausgabe

14 Erzählungen des chilenischen Schriftstellers, von denen ich bis heute etwas mehr als die Hälfte gelesen habe. Bolano ist ein Meister der Erzählkunst. Seine Geschichten handeln von gescheiterten Schriftstellern, verletzbaren und verletzenden Frauen, von der Hilflosigkeit, auch am Telefon, wenn man schweigt. Sie handeln, natürlich, von ihm selbst, vom Tod und es gelingt ihm immer, ein ganzes Leben in wenige Seiten zu packen. Diese kurzen Erzählungen sind ein guter Einstieg in den Kosmos Bolaño, den es in den nächsten Jahren, auch mit neuen Übersetzungen, zu entdecken gilt. Drei kurze Beiträge von mir sind im Weblog zwei666.de erschienen, auf die ich hier verweisen möchte:

Erzählung Nr. 3 „Enrique Martin“ S. 39 – 56
DER DICHTER, SEINE KONKURRENZ UND SEIN LEIDEN

Erzählung Nr. 11 „Zellengenossen“ S. 155 – 168
ICH UND MEINE UNBEGREIFLICH WAHNSINNIGEN FRAUEN

Erzählung Nr. 12 „Clara“ S. 169 – 181
DAS ZITTERN DER STILLE

Die Originalausgabe von „Telefongespräche“ auf spanisch gibt es online hier: Llamadas telefónicas.

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