Literaturzitate

Sie aber , sie hatte ein Dasein, das kalt war wie ein Speicher, dessen Fenster nach Norden blicken, und die Langeweile, diese lautlose Spinne, spann im Schatten ihr Netz in allen Winkeln ihres Herzens.

(Gustave Flaubert: Madame Bovary)

Ich suchte des Nachts in meinem Bette den meine Seele liebet. Ich suchte, aber ich fand ihn nicht! Ich will aufstehen und in der Stadt umgehen, auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebet,  ich suchte, aber ich fand ihn nicht…

(Hohelied Salomos)

L’absence est à l’amour ce qu’est au feu le vent; – Il éteint le petit, il allume le grand.

(Roger Bussy-Rabutin)

Nur ein einziger Satz stand auf der Rückseite: „Love, Christian, is a warm bearing wave“, unterschrieben Stella.

(Siegfried Lenz: Schweigeminute)

Vielleicht ist unter allen Masken, die man wählen kann, das Ich die beste.

(Alfred Andersch)

Nur einen Sommer gönnt, Ihr Gewaltigen!
   Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
      Daß williger mein Herz, vom süßen
       Spiele gesättiget, dann mir sterbe.

(Hölderlin)

Und dann saßen wir bei Tisch. Die silbernen Girandolen leuchteten im Kerzenschein, und die Blumen entstiegen den Vasen wie farbige Flammen. Von Spiegel zu Spiegel grüßte sich das Licht des kristallenen Lüsters, rings schwieg, wie eine Muschel dunkel gewölbt um ihre leuchtende Perle, das Haus.

(Stefan Zweig: Ungeduld des Herzens. S. 337, vgl. auch „Spieglein, Spieglein an der Wand…)